Der Wunsch ein umfassenderes Verständnis von Gestaltung zu verwirklichen, hat unsere Kompetenzen aus unterschiedlichen kreativen Bereichen zusammen gebracht. "Gestalt" ist der zentrale Begriff, der unsere Tätigkeiten zur Synthese bringt. Das so entstandene Netzwerk ermöglicht nun von der Basis an, die Gestalt eines Vorhabens zu entwickelt, zu planen und durchzuführen. Gestaltung bleibt so nicht weiter die Beschäftigung mit mehr oder weniger ausgesuchten Details. Dabei wollen wir uns den Horizont aber auch nicht durch Ideologien verstellen. Es geht uns auch nicht darum, die Wahrheit zu finden, sondern wahrhaftig zu sein, und so vielleicht etwas Offenbarendes anzurühren.
Unser Tätigkeitsfeld umfaßt beratende, planende, bildnerische, gestalterische, und handwerkliche Tätigkeiten. Vorwiegend in dem Bereich Architektur, Design und der bildenden Kunst. Außerdem sind verschiedene Filmprojekte geplant.
Die Sprungfeder der Gestaltungskraft liegt für uns darin, die elementaren Dingen zu denken. Radikales Denken, d.h. von der Wurzel her denken, unter Einbeziehung aller unserer Sinne und Erfahrungen, mit dem Ziel, Gestalt zu geben.
In einer Zeit, in der die Menschen nur noch wenige Werte miteinander teilen, scheint es uns besonders wichtig, von dem auszugehen, was wir alle noch kennen, verstehen und fühlen. Eben die elementaren Dinge zu denken. Um so eine Grundlage zu schaffen, auf der Individualität erst möglich ist.
Was aber sind diese "elementaren Dinge"? Das Elementare finden wir wieder in dem Simplen dem Direkten. Aus diesem Einfachen folgt aber dann in aufregender Weise doch das Komplizierte das Vielfältige, welches uns ein Gefühl von Reichtum vermittelt.
Gestaltung als Sprache?rgehören erkennen.
Der oft übermäßige Eifer die Welt schön zu machen, indem man dem Ganzen einige Details hinzufügen will, führt uns oftmals nur zur Dekoration, zum Zerfall des Ganzen. Aber für uns ist das Schöne kein Zuckerguß. Es geht nicht darum etwas zu überdecken, zu verkleiden, zu verstecken oder zu imitieren, sondern ein in sich selbst stimmiges Ganzes zu schaffen. Die Auffassung von Gestaltung als Verschönern, als Geschmack oder persönlicher Ausdruck, hat nach unserer Auffassung nichts mit dem Wesen der Dinge zu tun. Auch ist es kein Beweis für Kreativität oder gar Individualität.
Gute Gestaltung erfordert einen freien Geist, und die Möglichkeit des freien assoziativen Denkens. Gestaltung so aufgefaßt, folgt nicht bloß sklavisch vorformulierten Vorstellungen von Zwecken, an die jemand dachte lange bevor sie tatsächlich erfüllt werden. (Leider geht es heute oftmals mehr darum zu bestimmen was nicht sein soll.) Die Form sollte einem Zweck und gegebenen Mitteln angemessen sein, dem Material und den Methoden folgen, anstatt ihnen hinderlich zu sein. Es gibt hierfür nirgends einen Standart, den man herzitieren könnte. Standards kommen aus eher ökonomischen Gründen zu Stande. Oft gehorcht die Kreativität dann leider nur noch den Gesetzen der Industrie. Man könnte auch sagen, das die herzlose Anwendung des logischen Denkens auf Idee und Praxis nur dazu dient, sich selbst und Anderen weiter etwas vorzumachen. Standards verhalten sich konträr zum Individualismus des Menschen. Und den Orten an denen er lebt. Die Akzeptanz der Menschen für das Zustandekommen solcher Standards wird ohne weitere Prüfung als Zustimmung interpretiert, obwohl niemand weiß wie diese Zustimmung eigentlich zustande gekommen ist. Genauso kann man davon ausgehen, daß es sich hierbei um kleinbürgerliche Funktionärsdiktaturen handelt, die ihren Geschmack der Mehrheit aufdrücken wollen. Im Grunde geht es nicht einmal um Geschmack, sondern um die wirtschaftliche Macht, die nun mal nur mit Standards zu erreichen ist. Wir wollen hier grundlegend andere Wege gehen, und so unseren Teil zu einer vielfältigeren und sinnstiftenderen Mitwelt beitragen.
Die Individualität, d.h. der freie Geist, ist das Wesen des Menschen. Doch hat er diesen auf fast allen Feldern aufgegeben, um dem bequemen Leben, man spricht oftmals von Fortschritt, zu dienen. Er verläßt sich auf die Organisation, gleichbedeutend mit Zentralisierung, woraus dann Verallgemeinerung folgt. Die Kreativität besteht heute mehr aus dem Auswählen von schon Vorhandenem, als das der Gestalter selbst refektiert. Nicht Individualität sondern Verallgemeinerung sind der Ausgangspunkt aller Gestaltung geworden. Wir glauben, dass es wichtig ist mehr zu tun..
Alles was nicht Individualität ist, ist nur Quantität.
Gestaltung ist ein Wagnis, nicht nur, weil sie immer auch ein wenig den Anspruch vermittelt Gültigkeit zu besitzen. Wir wollen uns bemühen alles so gut und so einfach wie möglich zu machen, ohne dabei das Wesentliche zu vergessen.

Christian Redlich 2002
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